Nach schmerzhaften Ereignissen greifen viele zu Selbstvorwürfen: „Hätte ich nur anders gehandelt.“ Dahinter steckt der stille, fast magische Versuch, das Geschehene rückwirkend zu kontrollieren – als ließe sich durch genug Schuldgefühl etwas ungeschehen machen. Der Preis ist eine quälende, oft lebenslange Selbstverurteilung.
Manche tragen dabei eine Abwertung weiter, die sie früh von wichtigen Bezugspersonen übernommen haben: „Es muss an mir liegen.“ Selbstbestrafung fühlt sich wie Verantwortung an, hält aber vor allem das Leiden am Leben.
