Wir erleben die Welt nicht so, wie sie „an sich“ ist. Zwischen dem, was geschieht, und dem, was wir fühlen, liegt ein aktiver innerer Prozess: Aus Wahrnehmungen, Erinnerungen, Körperempfindungen und Bewertungen bastelt das Nervensystem in jedem Moment ein Erleben zusammen. Dasselbe Ereignis kann so für zwei Menschen — oder für dieselbe Person an zwei Tagen — völlig verschieden ausfallen.
Für die hypnosystemische Arbeit ist das eine gute Nachricht: Wenn Erleben gemacht wird, dann lässt es sich auch anders machen. Nicht durch Wegdrücken des Unangenehmen, sondern indem wir lernen, welche inneren Prozesse gerade welches Erleben erzeugen — und wie sich Aufmerksamkeit, Fokus und Bedeutung bewusst verschieben lassen.
Dieses Verständnis ist der Ausgangspunkt der ganzen Karte: Von hier führen die Fäden zum Netzwerk-Modell, zu den neurobiologischen Grundlagen und zur Frage, wie Alltagstrancen unser Erleben prägen.
