Viele Menschen koppeln ihren Wert unbewusst an das, was sie leisten, wie sie aussehen oder wie viel Bestätigung sie bekommen. Solange die Bilanz stimmt, trägt das. Doch damit wird der Selbstwert zu einer Währung, die ständig neu verdient werden muss – jede Grenze der eigenen Kraft, jeder Fehler, jeder Misserfolg wird dann zur existenziellen Bedrohung.
Gunther Schmidt beschreibt, wie gerade in Erschöpfungskrisen der eigene Wert von Performance und Leistung abhängig gemacht wird. Die Forschung nennt das kontingenten Selbstwert: Er schwankt mit den Erfolgen und erzeugt Dauerdruck. Glück wird so an Bedingungen geknüpft, die nie dauerhaft erfüllbar sind.
